Produktion von sechs Works Racing Cars AVC 15 bis 20 und Zulassung am 31. Mai 1935 bei Riley Coventry Ltd.
16. Juni 1935 Teilnahme am 24 Stunden Rennen in Le Mans mit Bill Von der Becke und Cliff Richardson.
4. Gesamtrang nach 208 Runden, Durchschnittsgeschwindigkeit 117.16 Stundenkilometer. 2. Rang in der Klasse S1.
Teilnahme an Shelsley Walsh Hillclimb, Worcestershire, 1935.
Fahrer: Bill Von der Becke
1935 RAC International Tourist Trophy, Ards-Belfast Percy Maclure Rang 6.
1937 Verkauf an F.R. Bob Gerard.
1936 bis 1939 mehrere Teilnahmen in Brooklands mit einem Sieg am 7. August 1939.
12 Stundenrennen in Donington mit Rang 3. Tourist Trophy Donington 1937 und 1938 mit Gerard und Bateman.
1944 Verkauf an T.C: Harrison, im Bild Prescott Hillclimb
1944 Einbau eines 6 Zylinder Motors durch T.C. Harisson.
1947 Manx Cup, Isle of Man, Snaefell Mountain Course, Rang 2.
Harrison baut das Auto 1948 für den Manx Grand Prix um. Er setzt den Kühler und die Haube 3inch tiefer und montiert eine aerodynamische Frontverkleidung. Im Rennen erleidet er in Führung liegend einen Crash. Das Auto ist so schwer beschädigt, dass er das Chassis ersetzen muss.
1949 Verkauf an Gordon Shillito.
1949 bis 1951 Teilnahme in Goodwood International. (He Wins!) Blandford Trophy (He Wins!) Notthingham Trophy.
Manx Cup, Isle of Man
- 1949 Rang 2
- 1950 Rang 2
- 1951 Rang 4
Nach einem Motorenschaden an der Sheffield Telegraph Trophy wurde das Auto in zerlegtem Zustand eingelagert und 1962 an Colin Ready verkauft.
Colin Readey baut das Auto komplett neu auf. Er entfernt die Aero Front und baut einen 4 Zylinder Motor mit SU-Vergaser ein.
1964 kann Colin Readey sein restauriertes Auto zum ersten Mal präsentieren.
Im Juni 1966 baut Readey wieder einen 6 Zylinder Motor ein, jedoch immer noch mit zwei SU-Vergasern.
Bereits im Juli 1966 baut er jedoch wieder die 6 Amal Vergaser ein, wie sie schon von 1946 bis 1951 im Einsatz waren.
Readeay nimmt an unzähligen Rennen teil. Insgesamt soll das Auto zwischen 1935 und 1995 bei 125 Rennen am Start gestanden sein.
Am 21. September 1969 verunfallt Readey mit seinem Auto beim Rennen in Snetterton. Das Auto erleidet einen schweren Frontschaden, so dass das Chassis nach 1948 schon zum zweiten Mal ersetzt werden muss. Das defekte (Harisson-) Chassis legt Colin zur Seite und lässt ein neues herstellen. Gewisse Quellen erwähnen, dass er gleich mehrere Chassis bauen liess, was viel Verwirrung um den AVC20 entstehen. Von nun an hat unser Auto ein R am Ende der Rahmennummer, also 22T1916R.
1984 verkauft Readey das verunfallte Chassis an Herr M. Gluckmann mit der Reg.-Nr.OSV177. Herr Gluckman baut darauf eine neue Carosserie und verkauft es als AVC20 nach Australien; dies obwohl er nie im Besitz der originalen Papiere war. Später entsteht deswegen Streit zwischen Colin Readey und Mr. Gluckman.
Colin Readey hatte den AVC20 zum letzten Mal am 05. Februar 1991 registriert.
1995 baut Readey das Auto zurück in den Zustand von 1948 mit der originalen Aero Verkleidung und lässt es bei Coys of Kensington versteigern. Der Verkaufspreis ist für ihn eine Enttäuschung. Die Verwirrung um das “echte“ AVC20 war zu gross, was dazu führte dass die Bieter sehr zurückhaltend waren.
Stefan Schollwoeck aus Deutschland ersteigert das Fahrzeug und lässt es von Colin Readey vor der Auslieferung gleich wieder zurück bauen auf den traditionellen Kühler. Der Motor wird mittlerweile mit Methanol betrieben. Wann dieser Umbau stattgefunden hat wissen wir nicht genau.
1999 kauft Georges Blättler das Auto von Herr Schollwoeck und führt es in die Schweiz ein. Schon bald setzt ein Motorschaden das Fahrzeug vorläufig ausser Betrieb. Eine Restauration beginnt. Das Projekt ist jedoch zu komplex, so dass ein neuer Käufer für das zerlegte Fahrzeug gesucht wird.
Der Rennwagen mit der mittlerweile doch sehr bewegten Geschichte wird im Jahr 2000 von Dr. Ernst Marty erworben. Er gibt dem renommierten Oldtimer Restaurator Edy Schorno den Auftrag das Fahrzeug komplett zu restaurieren. Der Motor wird dabei gezähmt und wieder auf Benzinbetrieb zurück gebaut. Bei der Restaurierung kommen einige markierte Teile des AVC20 zum Vorschein.
Dr. Ernst Marty besitzt das AVC20 ganze 23 Jahre lang. Ausser an den internationalen Klausenrennen 2002, 2006 und 2013 wird das Auto jedoch kaum an öffentlichen Anlässen präsentiert.
Im August 2023 kauft Olivier Purtschert den Rennwagen inklusive der originalen Aero Front und Motorhaube von 1948. Bei Edy Schorno wird die komplette Mechanik nochmals überarbeitet (exclusive Motor). Erste internationale Luft schnupperte das Auto im Frühling 2024 beim 100 Jahre Jubiläum der Rennstrecke in Monthléry bei Paris.
Weiter nationale und internationale Einsätze sind in Zukunft geplant.
Die Geschichte des Werks-Riley TT Sprite AVC 20
Warum schreibe ich diese Dokumentation?
Die Geschichte des Riley TT Sprite ist sehr turbulent. Es gibt mehrere Fahrzeuge die sich AVC 20 nennen oder zumindest Teile des AVC 20 tragen. Hier möchte ich meine Recherchen festhalten und versuchen einen Teil dazu beizutragen um diese Geschichte etwas zu entwirren.
Wer bin ich?
Mein Name ist Olivier Purtschert ich bin 49 Jahre alt und ich komme aus Goldau in der Schweiz. Ich bin ein guter Kollege von Edy Schorno. Er ist ein bedeutender Restaurator von Vorkriegsfahrzeugen und hat sich speziell mit Riley Sport- und Rennwagen über die Landesgrenzen hinaus in der Szene einen Namen gemacht.
Was verbindet mich mit dem TT Sprite AVC 20?
Ich konnte im Jahre 2023 den Riley TT Sprite AVC 20 kaufen, den Edy Schorno im Jahre 2001/2002 komplett restauriert und neu aufgebaut hat. Ich hatte diesen Aufbau schon damals interessiert mitverfolgt und das Auto bewundert. Ich hätte nie im Leben daran gedacht, dass ich dieses Fahrzeug mal besitzen würde. Das Glück war jedoch auf meiner Seite. Für mich ging ein Traum in Erfüllung.
Warum taucht den nun plötzlich ein „neues AVC 20“ in der Schweiz auf?
Das Auto gehörte fast 25 Jahre lang einem Schweizer Arzt. Das Fahrzeug wurde während dieser Zeit fast nie an internationalen Anlässen gezeigt. Die einzige Ausnahme waren die Teilnamen an den internationalen Klausenrennen Memorial in den Jahren 2002, 2006 und 2013 in der Schweiz. So geriet dieses Auto wohl selbst bei Riley Experten mehr oder weniger in Vergessenheit. Dies möchte ich nun ändern.
Wir beginnen mit der Geschichte ab der Geburtsstunde des Autos 1935 bis 1994 wie sie Colin Readey erzählte. In dieser Form haben wir die Geschichte in vierfacher Ausführung. Einmal von Colin direkt mit Schreibmaschine verfasst. Diese Ausführung diente auch als Grundlage für die Beschreibung des AVC 20, als es am 14. Dezember 1995 bei Coys OF Kensington zur Versteigerung ausgerufen wurde. Edy Schorno hat Colin Readey während der Restauration im Jahre 2001/2002 mehrmals in England besucht. Dabei hat ihm Colin die hier festgehaltene Geschichte erzählt und bestätigt. Edy konnte bei seinen Besuchen noch viele interessante Daten und Fotos kopieren. Auch haben wir sämtliche Rennresultate von Colin erhalten. Resultate von 66 Rennwochenenden, die er zwischen 1964 und 1979 mit dem AVC 20 bestritt. Auch die Beschreibungen der Fotos stimmen mit der Geschichte die Colin schriftlich und mündlich abgelegt hat überein.
Text unten:
Beschreib aus der Coys of Kensington Auktion vom 14. Dezember 1995
Text oben:
Beschreib aus der Coys of Kensington Auktion vom 14. Dezember 1995
Das Auto wurde im Dezember 1995 mit der Cowl Nose an den Stefan Schollwoeck aus Deutschland verkauft. Von der Einfuhr nach Deutschland besitzen wir noch eine Kopie der Zollpapiere datiert 22. Dezember 1995. Herr Schollwoeck baute das Auto wieder zum traditionellen Kühler zurück. Dazu liess er die Motorhaube mit einer seitlicher Öffnung für den Auspuff umbauen. Der Auspuff führt von nun an seitlich aussen ins Heck. Leider verfüge ich über keine Bilder des Autos aus dieser Zeit. Eine Kontaktaufnahme zu Herr Schollwoeck meinserseit blieb bisher leider erfolglos. Bekannt ist dass Herr Schollwoeck das Auto vier Jahre später in die Schweiz verkaufte. Am 28. Juni 1999 wurde es vom neuen Besitzer Georges Blättler in die Schweiz importiert.
Die Restauration bei Edy Schorno im Jahr 2001/02
Wir haben einen Hinweis aus dem Jahr 1999, dass es bei einem Rennen in Luxemburg zu einem Motorschaden gekommen sei. Daraufhin wurde das Auto für einen kompletten Neuaufbau bis auf die letzte Schraube zerlegt. Schon bald jedoch merkte der Ausführende, dass er dabei schlichtweg überfordert ist. So wurde für den Teilehaufen ein neuer Besitzer gesucht und fand diesen in Dr. Ernst Marty aus Altdorf. Dr. Marty brachte die Teile zu Edy Schorno und beauftragte ihn - aus diesem Teilepuzzle - den schönen Rennwagen wieder aufzubauen. Die Aufgabe war schwieriger als gedacht, denn das Fahrzeug war enorm verschlissen. Vor allem der Motor machte dabei Kopfzerbrechen, da er stark getunt und mit Methanol betrieben wurde. Es waren viele Teile arg verschlissen.
Bild links:
Diese beiden Kolben lassen erahnen in welchem Zustand sich der Motor im Jahre 1999 befunden haben muss.
Bilder unten:
Der AVC 20 fotografiert nach der Restauration
mit montierten Schutzblechen.
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